2010 – 2016

2016:

65. Internationales Sixtus-Turnier beim TC Schliersee (31.07.2016) Die Favoriten strauchelten. Beim 65. Internationalen Sixtus-Turnier in Schliersee erreichten die Top-Gesetzten (Anna Klasen und Laura-Ionna bei den Damen, Florian Broska und Jakob Schnaitter bei den Männern) nicht einmal die Endspiele. Dennoch aber gab es in den Finalpartien tollen Tennissport zu bewundern, die Zuschauer auf der restlos gefüllten Tribüne (BTV-Boss Helmut Schmidbauer: „Die Stimmung ist ja gigantisch. Ein tolles Turnier“) waren begeistert. Dabei mussten beide Endspiele parallel durchgeführt werden, die Wetterlage war einfach zu unsicher.

Mit einer Wild Card war Stephanie Wagner (22) ins Turnier gekommen, dann schaltete die Amberger gleich drei Gesetzte aus: Imke Küsgen (6:2, 6:2), Madeline Bosnjak (6:2, 6:0) und schließlich noch Anna Klasen (6:2, 7:6). Der Weg zum letztlich doch etwas überraschendem Turniersieg war für die Oberpfälzerin, die in den USA studiert und deshalb im Ranking nicht mehr ganz in vorderer Front zu finden ist, war damit frei. Denn beim 6:3, 6:3 im Finale gegen Franziska König (26) war sie deutlich überlegen. Freilich: die Spielerin von Iphitos München war aber auch schon ziemlich platt. Schließlich stand die Physio-Ökonomin und Tennistrainerin am Tag zuvor gleich sechs Stunden auf dem Platz. Mit zwei Dreisatzsiegen über Laura-Ioanna Andrei (7:6, 3:6, 6:4) und Julia Thiem (7:6, 4:6, 6:3) stieß die Franziska ins Endspiel vor, die Partie gegen Thiem endete erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit.

Da lief das Schlierseer Seefest in der Nachbarschaft der Anlage schon einige Stunden. „Die Füße machten nicht mehr so richtig mit“, befand die stets gut aufgelegte Münchnerin. „Die Steffi war einfach besser.“ Bei den Frauen gab es also endlich mal wieder eine bayerische Siegerin in Schliersee, bei den Männern triumphierte ein Baden-Württemberger. Der erst 18-jährige Luis Erlenbusch (Rüppur Karlsruhe) feierte seinen bisher größten Erfolg seiner noch jungen Karriere. Denn im Endspiel zwang er den 2,05m großen Christian Seraphim (Gauting) mit 7:6, 6:7, 6:4 in die Knie und konnte den Erfolg und das 1500 Euro-Preisgeld kaum fassen. Denn obwohl er als leichter Favorit ins Finale gegangen war, hatte er doch ziemlichen Respekt vor den Hammeraufschlägen des Kontrahenten. Aber Erlenbusch, der bereits Landesmeister von Baden-Württemberg bei den Männern ist, behielt die Nerven und wartete mit erstaunlicher Ruhe auf seine Chancen. Ein Break genügte schließlich zum Sieg. Aber Seraphim (21) hatte in dem tollen Finale grandios Widerstand geleistet und mit seinen großartigen Schlägen voller Power das Publikum begeistert.

Der Gautinger, der in den North Carolina studiert (Wirtschaft) und dort für ein Collegeteam spielt hatte im Halbfinale den Top-Gesetzten Florian Broska beim 6:3, 6:2 regelrecht zerlegt. Der Tennis-Riese und sein Bezwinger rissen das Publikum jedenfalls zu großer Begeisterung hin. Dazu zählte auch das sehr sympathische Auftreten der Beiden. So lobte BTV-Chef Schmidbauer bei der Siegerehrung, bei der Biathlon-Weltmeisterin Vanessa Hinz die Preisgelder überreichte, die Finalisten: „Ihr habt tollen Sport geboten, ich habe das Endspiel genossen.“ Sieger Erlenbusch wird Seraphim übrigens in die USA folgen, im Herbst beginnt er ein Wirtschaftsstudium in New Orleans mit dem Ziel Bachelor. Dann freilich will er zumindest die Profitour testen. „So ist der Plan“. Schon sehr zielorientiert der Baden-Württemberger.

Die Schlierseer Tennistage boten wieder großartigen Sport, einige Ausraster (Schläger wurden zertrümmert und flogen bis in die angrenzende Kuranlage) und ein schönes Rahmenprogramm. Nürnberger Rostbratwürste (gestiftet von der Firma Hoeneß) waren heiß begehrt, eine Bar-Lounge lockte Cocktailfreunde, die Tombola war ausverkauft und das legendäre Kuchenbuffet wurde auch sehr frequentiert. „Es war wieder ein sehr schönes Turnier“, zog Klub-Vorstand Gerhard Geiger ein zufriedenes Fazit. von Ottmar Neidhardt

2015:

Die Frauen stahlen den Männern erst einmal die Show. Denn beim 64. internationalen Schlierseer Sixtus-Turnier, das zur German Masters-Serie presented by Tretorn gehört, war die Damen-Konkurrenz so stark besetzt wie noch nie. Denn gleich zehn Teilnehmerinnen gehörten zu den ersten 100 der deutschen Rangliste, das versprach Spannung ohne Ende und dramatische Spiele. Doch dem war nicht so. Denn Zusana Luknarova (TC Piding) gewann das Turnier ohne Satzverlust, schlug im Endspiel Agnes Bukta (Ludwigshafen) in 65 Minuten 6:2, 6:1 und quittierte diesen Erfolg mit einem Juchzer. Und war dann völlig von den Socken, als ihr die Biathlon-Weltmeisterin Vanessa Hinz das Preisgeld von 1500 Euro überreichte.

„Das ist ja eine tolle Ehre“, meinte sie. Die gut 300 Zuschauer auf den voll besetzten Tribünen feierten Zusana Luknarova jedenfalls begeistert ob ihres dynamischen Spiels. Nur im Halbfinale musste die Slowakin fast zwei Stunden kämpfen, um schließlich die erst 17-jährige Tschechin Marie Bouzkova (US Open-Siegerin bei den Juniorinnen 2014) mit 7:5, 7:5 in Schach zu halten. Damit gelang ihr auch die Revanche für die Niederlage im Finale der bayerischen Meisterschaften vor einigen Wochen. Die Ungarin Bukta konnte im Endspiel die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen, schließlich hatte sie im Halbfinale die Nummer eins des Turniers, Anna Klasen, noch glatt mit 6:3, 6:1 vom Platz gefegt. Die große Blonde aus dem hohen Norden, die mit dem Ismaninger Marko Kirschner verbandelt ist, fand nie einen Zugriff auf die Partie.

Dramatisch ging‘s dafür bei den Männern zu. Mehr als zwei Stunden kämpften bei der „Ismaninger“ Vereinsmeisterschaft Daniel Baumann (Nummer eins des Turniers) und Marko Krickovic um den Sieg. Und hier gab es dann auch die große Überraschung, denn Krickovic, der in den USA studiert, setzte sich mit 7:6, 7:6 durch und der 20-jährige Baumann war nach den verlorenen Tiebreaks gegen seinen Vereinskollegen schier untröstlich. Marko Krickovic, der als Ungesetzter ins Finale kam und da einfach Nerven wie Drahtseile bewies, hatte auf dem Weg ins Endspiel eindrucksvoll die Nummer 2 des Turniers (Dominik Bartels) und David Novotny (Nummer 3) ausgeschaltet. Nach dem Sieg beim Gäubodenturnier in Straubing also der zweite Erfolg in wenigen Wochen für den gebürtigen Belgrader, der aber ganz trocken feststellte: „Das Preisgeld in Schliersee ist deutlich höher.“ Auch ihm gratulierte Weltmeisterin Vanessa Hinz, selbst begeisterte Tennisspielerin („hab halt nicht mehr so viel Zeit“) herzlich und überreichte Preisgeld und eine Magnum-Flasche Hopf-Weißbier. Krickovic: „Die wird heute noch geköpft.“ Der große Hit in Schliersee war freilich ein 15-jähriger. Der Oberpfälzer Johannes Fleischmann, der für Ingolstadt spielt, erstaunte das Publikum mi seinen knallharten Schlägen und seinen Nehmer-Qualitäten. Denn im Spiel gegen Daniel Baumann (7:6, 1:6, 1:6) im Viertelfinale prallte er im Auslauf so gegen eine Betonwand, dass man schon das Schlimmste befürchten musste. Doch der Johannes schüttelte sich kurz und spielte weiter. Und am Abend wurde er sogar auf dem Seefest gesichtet . Die Schlierseer Tennistage-ein großer Dank geht auch an den Nachbarverein aus Hausham, der aus alter Verbundenheit seine Plätze an drei Tagen zur Verfügung stellte – brachte schließlich Marie Bouzkova (gewann bei der Tombola am Finaltag eine Flasche Schnaps) auf den Punkt:

„Tolles Wetter, sehr gute Organisation, wunderschöne Umgebung.“

Und weil es in der Tat fast nur Sonnenschein gab, beschlossen TC-Vorstand Gerhard Geiger und sein Stellvertreter Ottmar Neidhardt spontan, zum Wallfahrtsort Birkenstein zu pilgern und dort eine Kerze zu stiften…

2014:

Marc Meigel (25) gilt in der Tennis-Szene als cooler Typ. Und er ist auch einer, der selten eine Miene verzieht. Am Sonntag aber strahlte er wie ein Honigkuchenpferd. Denn der Neubeurer gewann nicht nur das 63. Internationale Sixtus-Turnier (und 1500 Euro Preisgeld) beim TC Schliersee, sondern er bekam auch das erbetene Autogramm mit persönlicher Widmung von Rodel-Doppelolympiasiegerin Natalie Geisenberger, die die Siegerehrung vornahm.

„Das ist eine große Ehre für mich, sie kennenzulernen. Sie ist schon eine tolle Persönlichkeit“, befand der Bundesligaspieler von Blau-Weiß Neuss. Zuvor hatte allerdings Natalie Geisenberger Gelegenheit, die spielerische und kämpferische Klasse von Meigel, der in Schliersee an Nummer drei gesetzt war, zu bewundern. In einem Finale von hoher Qualität und großer Spannung siegte er vor vollen Rängen (rund 200 Zuschauer) erst nach gut zweieinhalb Stunden mit 6:2, 5:7, 6:3 gegen den Außenseiter Martin Rmus (27). Der Slowene, der beim Nachbarverein TC Neuhaus als Trainer fungiert, steigerte sich vor quasi heimischem Publikum in einen wahren Spielrausch und zwang Meigel zu seinem ganzen Können.

Die Zuschauer waren ob der engen Partie vor lauter Begeisterung schier aus dem Häuschen, zeitweise herrschte fast so etwas wie eine Daviscup-Atmosphäre. „Das war eines der besten Endspiele der letzten zehn Jahre“, befand selbst Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer, ein erklärter Tennis-Fan. Rmus, dessen Vater Basketballtrainer ist und der einen Master in Wirtschaftswissenschaft besitzt, war als Ungesetzter ins Finale gekommen. Im Viertelfinale hatte in den langen Hamburger Julian Onken in drei Sätzen schlagen können, im Halbfinale schaltete er dann Vorjahressieger Richard Stempnowski glatt mit 6:4, 6:2 aus. Meigel kam ohne Satzverlust ins Finale, im Halbfinale war auch der Chilene Mauricio Alvarez-Guzman ohne Chance.

An die Qualität des Männer-Endspiels kamen die Damen diesmal nicht heran. Die zierliche Rumänin Diana Buzean (26), die in Transsylvanien mit einem Fußballer verheiratet ist, war einfach zu dominant. Lokalmatadorin Vroni Hinterseer, die vor zehn Jahren den Sixtus-Cup gewinnen konnte, war im Halbfinale genauso chancenlos (4:6, 2:6) wie im Endspiel die hübsche Tschechin Klara Koprivova (22), die nach knapp einer Stunde 3:6, 1:6 verlor. Dabei hatte das Mädchen aus Pilsen im Halbfinale, das nach Starkregen am Samstag auf Sonntagmorgen verschoben werden musste, noch die Nummmer eins des Turniers, Sonja Larsen (18) glatt geschlagen.

Als die Zitterpartie – wegen der drohenden Regenwolken – überstanden war, konnten die Organisatoren ein zufriedenes Fazit ziehen. TC-Vorstand Gerhard Geiger: „Die Stimmung war super, wir hatten Zuschauer in all den Tagen wie noch nie.“ Erfreulich natürlich auch, dass Tombola und Kuchenbuffet ausverkauft waren und natürlich auch die Nürnberger Rostbratwürstl der Firma HoWe der große Renner waren. So gabs am Schliersee nur zufriedene Gesichter. Während Marc Meigel, Diana Buzean und Klara Koprivova zu den nächsten Turniern abreisten, genoss Martin Rmus bis zum späten Abend das Schlierseer Seefest. Und am nächsten Tag ging er ganz normal seinem Job nach: als Trainer im wenige Kilometer entfernten Ortsteil Neuhaus …

2013:

Heiß wars. Unmenschlich heiß. Und doch standen die Sieger des internationalen Sixtus-Tennisturniers in Schliersee erst nach knapp sieben Stunden fest. Imke Küsgen (32) aus Essen und Richard Stempnowski (Blutenburg München) holten sich nach wahren Marathonmatches die Siegprämien. Doch nicht nur die Akteure bewiesen unglaubliche Kondition, sondern auch die Zuschauer auf den vollbesetzten Tribünen sowie Schiedsrichter Alex Mühlberger aus Rottach, der beide Finalpartien unter sengender Sonne souverän leitete.

In die Rekordbücher des Sixtus-Turniers, das nun schon zum 62. Mal ausgetragen wurde, wird freilich die Damen –Partie eingehen. Denn Imke Küsgen und Anja Prislan (Weißenhof Stuttgart) beharkten sich vier Stunden und 20 Minuten auf dem Platz. 6:7, 6:3, 7:5 siegte schließlich die Sportmanagerin vom Niederrhein gegen die Slowenin, die im dritten Durchgang schon 5:2 geführt hatte.

„Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen“

, erklärte Prislan schließlich ihre zum Teil leichten Fehler im Entscheidungsdurchgang. Rodel-Weltmeisterin Natalie Geisenberger und Vize-Landrat Arnfried Färber sowie Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer, die die Siegerehrung vornahmen, konnten diesen unglaublichen Kraftakt der beiden Finalistinnen jedenfalls kaum fassen.

Natürlich gings auch bei den Männern heiß her. Denn erstmals in der Geschichte des Turniers hatten sich zwei Ungesetzte und auch noch zwei Wildcard-Besitzer durchgesetzt. Und auch dieses Endspiel dauerte zwei Stunden, bis sich Richard Stempnowski (32) mit 7:6, 6:3 über Frederic Arlt (Landshut) die 1800 Euro Siegprämie sichern konnte. Der Deutsch-Amerikaner Stempnowski – er lebt eigentlich die meiste Zeit in Florida – hatte auf dem Weg ins Endspiel nicht nur die Nummer zwei des Turniers, Attila Balogh, schlagen können, sondern erstand bei seinen vier Begegnungen bis zum Endspiel schon zehn Stunden auf dem Platz. „Jetzt tun mir schon ein bisschen die Füße weh und überall zwickts“, meinte das Kraftpaket aus den USA, der nach dem Erfolg erleichtert auf die Knie fiel.Pech hatte der an Nummer eins gesetzte Friedrich Klasen (Gifhorn), der im Halbfinale wegen eines Magen-Darm-Virus aufgeben musste.

Fazit der Schlierseer Veranstaltung: Das Damen-Feld war erstklassig besetzt mit acht Spielerinnen unter den Top Hundert der deutschen Rangliste, die Männer-Klasse zeichnete sich durch große Ausgeglichenheit aus. Die Organisation klappte prima, die vielen Zuschauer waren begeistert und die Spieler lobten die gemütliche Atmosphäre. Trotz der Hitze waren Kuchenbuffet und die Grillwürstl, die Bayern-Präsident Uli Hoeneß in alter Verbundenheit gestiftet hatte, sehr gefragt. Und die Tombola war wegen der Super-Preise erneut ausverkauft. Da staunte denn auch Jasmin Steinherr, die im Viertelfinale gegen Sara-Rebecca Sekulic verloren hatte und ihre Freundin Anja Prislan zum Finale begleitete: „Das war ja eine tolle Tombola und die Moderation hat richtig Spaß gemacht.“ Gewonnen hat die Münchnerin auch: unter anderem eine Magnum-Flasche Hopf Weißbier.

2012:

Novum beim internationalen Tennisturnier in Schliersee um den Sixtus-Cup. Denn das Damen-Finale wurde zu einer Familienangelegenheit. Schließlich standen sich mit Anna und Charlotte Klasen bei der 61. Auflage dieses Traditions-Turniers zwei Schwestern gegenüber. Nach gut einer Stunde und bei einsetzendem Regen siegte letztlich die 18jährige Anna, Nummer 24 der deutschen Rangliste, glatt mit 6:3, 6:1 über ihre 16jährige Kontrahentin.

Mit gut 1500 Euro in der Tasche traten die beiden Schwestern schließlich die Heimreise in den Landkreis Gifhorn an. Wobei die Siegerin im Finale auf die Schläger des Bruders zurückgreifen musste, da schon nach den ersten Spielen an vier Rackets die Saiten rissen. Bruder Friedrich, bei den Männern an Nummer zwei gesetzt, hatte das Endspiel knapp verpasst, er verlor im Halbfinale mit 6:0, 2:6, 2:6 gegen Maxi Abel.

Der ehemalige Junioren-Vizeweltmeister, der nach Alkohol- und Drogen-Exzessen tief abgestürzt war und sogar in U-Haft saß, versucht sozusagen eine Art Comeback in der Tennis-Szene. In Schliersee bot der nun 30-jährige, der einst als größtes deutsches Tennis-Talent nach Boris Becker galt, erstklassige Leistungen, war aber im Endspiel beim 2:6, 4:6 gegen Marc Meigel letztlich ohne Chance.

Der für Solingen spielende Münchner gewann damit erstmals das Sixtus-Turnier, das diesmal trotz einiger Regenschauer gut über die Bühne gebracht wurde, und durfte mit 1500 Euro seine Portokasse auffüllen. Die vielen Zuschauer waren nicht nur von den Leistungen der Tenniscracks begeistert, auch die Tombola (Lose ausverkauft), das Kuchenbuffet und die 6000 Grillwürstl, die Bayern-Präsident Uli Hoeneß in alter Verbundenheit gestiftet hatte, fanden regen Zuspruch. Zu einem echten Blickfang wurde ein Porsche Cabrio, das das Porschezentrum Inntal auf der Anlage präsentiert hatte. Doch nicht nur das 130000-Euro-Gefährt weckte Begehrlichkeiten, in der Nacht zum Endspiel wurde der 100 kg schwere Werbe-Pylon von der Anlage gestohlen.

2011:

Novum beim Schlierseer Sixtus-Turnier: erstmals in der 60jährigen Turniergeschichte fiel der Finaltag total ins Wasser und es gab keine Sieger! Fast fünf Stunden warteten Spieler, Sponsoren-Vertreter und Ehrengäste (u.a. BTV-Boss Helmut Schmidbauer und Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer) sowie Organisatoren auf die Durchführung der Endspiele, dann blieb nur die Absage. Eine Halle stand erst 35 km von Schliersee entfernt zur Verfügung, keine wirkliche Option für den Veranstalter. „Das war natürlich ganz bitter für uns. Denn der Finaltag ist nun einmal unser umsatzträchtigster Tag. So fällt der Erlös, den wir ja komplett in die Jugendarbeit stecken, in diesem Jahr deutlich geringer aus“, meinte Turnier-Chefin Sonny Leitner. Immerhin: Tombola und Grillwürstl (wieder einmal gestiftet von Bayern-Präsident Uli Hoeneß) waren trotzdem ausverkauft. Wobei die Tombola, die mit erstklassigen Preisen bestückt war, zum absoluten Highlight am verregneten Finaltag wurde. Toni Engelhardt führte mit Charme und Humor durch die Preisverteilung, die Losbesitzer sorgten dafür, dass auch das Kuchenbüffet noch einen tollen Umsatz machte. Traurige Gesichter gabs dafür bei den Akteuren. Oscar Sabate-Bretos und Martin Woisetschläger hatten ein spannendes Finale erwarten lassen. Der Spanier konnte im Halbfinale Vorjahressieger Christian Haupt mit 7:6, 6:2 ausschalten, sein Kontrahent aus Stuttgart, der zuletzt in Peiting gewann, setzte sich gegen Marco Kirschner und Simon Glöckner nach zwei aufregenden Spielen durch. Woisetschläger, schon 34 und im Hauptberuf Personalberater bei Mercedes, war nur durch eine Wildcard ins Turnier gekommen. Bei den Damen waren die Top-Gesetzten eine Klasse für sich. Tina Schiechtl aus Kitzbühel und die Berlinerin Angelika Roesch, die für Essen spielt, hatten bis zum Endspiel keine Probleme. Doch das fiel dann ja ins Wasser…Freilich: die Preisgelder wurden geteilt.

2010:

Erst war’s eine Zitterpartie, dann ein traumhaftes Finale. Bei Kaiserwetter holten sich Kristyna Horakova aus Tschechien und der Dresdner Christian Haupt die Titel beim 59. Schlierseer Sixtus-Turnier, das von der Kreissparkasse Miesbach präsentiert wurde. Die vielen Zuschauer, unter ihnen Professor Otto Beisheim, waren von den spannenden Finalkämpfen total begeistert. Christian Haupt war bei seinem vierten Schliersee-Besuch endlich erfolgreich, mit 6:4, 7:6 behielt er schließlich gegen den Spanier Oscar Sabate-Bretos die Oberhand, der trotz der Niederlage versprach, im nächsten Jahr wieder zu kommen. „Die Atmosphäre ist einfach toll“, meinte der Wahl – Düsseldorfer. Das Damen-Finale war fast ein Lokalderby, denn Siegerin Horakova ist die Freundin des Schlierseer Trainers. Und Endspiel-Gegnerin Vroni Hinterseer (Iphitos München) kommt schließlich aus dem Nachbarortsteil Neuhaus, der dortige TC Hachelbach hatte dankenswerter Weise für die Quali und den ersten Turniertag seine Plätze zur Verfügung gestellt . 900 Euro waren der Lohn für die Tschechin, die sich aus der Qualifikation bis zum großen Triumph (7:5, 6:4) durchgekämpft hatte. Kritisch war es für die Organisatoren nur am ersten Turniertag, als es stark regnete und auch noch Spiele nach Hausham verlegt werden mussten. Letztlich aber war das Turnier für die Schlierseer wieder ein großer Erfolg: Grillwürst’l (gestiftet von Uli Hoeneß), Tombola und Kuchenbuffet waren ausverkauft.