Turnierchronik

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Internationales Sixtus-Turnier 2017

2017: In der Nacht zuvor gab‘s erst ein imposantes Feuerwerk beim Schlierseer Seefest, dann zündeten die Tennis-Cracks bei den Finalspielen des 66. internationalen Sixtus-Turniers auf der benachbarten Anlage des Kurparks ein Feuerwerk von Kampf, Spielwitz und auch ein bisschen Dramatik. Freilich: letztlich siegten doch die Favoriten ziemlich deutlich, das tat der guten Stimmung auf der restlos überfüllten Anlage (mehr als 300 Zuschauer) keinen Abbruch.

Trotz der großen Hitze verfolgten sie gebannt die Spiele über mehr als sechs Stunden. Denn am sogenannten Finaltag mussten am frühen Morgen noch die Halbfinal-Begegnungen durchgeführt werden. Diana Marcinkevica (25) war der große Star der Damen-Konkurrenz. Die Nummer 335 der Weltrangliste war am Schliersee eine Klasse für sich. Ohne Satzverlust sicherte sich die Lettin die 1500-Euro-Siegprämie, im Finale ließ sie Julia Thiem in 80 Minuten beim 6:2, 6:1 letztlich keine Chance. Die Münchnerin freilich klagte über eine leichte Fußverletzung, mochte dies aber nicht als Ausrede gelten lassen: „Die spielte einfach zu schnell für mich. Sie war eindeutig die bessere Spielerin.“ Die bayerische Meisterin war ohnehin froh, das Endspiel erreicht zu haben. Denn in der ersten Runde stand sie gegen Sofia Markova (Fürth) beim 2:6, 6:2, 10:8 vor dem Aus.

Im Champions Tiebreak musste wegen des schlechten Wetters am ersten Tag gespielt werden lag sie schon 4:8 zurück. Diana Marcinkevica – ein Schützling des Ex-Daviscupspielers Marc-Kevin Goellner – hatte nur einmal etwas Probleme, als sie in der 2. Runde Vorjahressiegerin Stephanie Wagner mit 7:5, 6:2 ausschaltete. „Für mich war Schliersee, wo es wunderschön war, ein gutes Training für das nächste Turnier.“ Sprach’s und setzte sich ins Auto auf den Weg nach London zum nächsten Turnier.

Ohne Satzverlust gewann auch Lukas Ollert (24) das Schlierseer Turnier. Der kräftige junge Mann überzeugte mit knallharten Schlägen und großem Kampfgeist, im Finale ließ er dem Erdinger Michael Weindl letztlich mit 6:4, 7:6 keine Chance. Der glühende Löwen-Fan aus München, der für Sulzbachtal (Saarland) spielt, nahm die 1500 Euro Siegprämie in Lederhose und Timo Gebhard-Trikot entgegen und genoss sichtlich die stimmungsvolle Atmosphäre. Der ehemalige Collegestudent hat seinen Bachelor in der Tasche und versucht sich nun verstärkt als Tennisspieler. So fuhr er gleich weiter nach Vogau (Österreich) zum nächsten Turnier.

Kollege Weindl, der Titelverteidiger Luis Erlenbusch etwas überraschend schlagen konnte, macht dagegen nun Pause. Im Herbst geht es ohnehin wieder nach Virginia zum Studium.

Pech hatte der an Nummer eins gesetzte Vincent Jänsch-Müller (Dorsten), der im Viertelfinale mit einem Muskelfaserriss in der Wade aufgeben musste. Fazit der Schlierseer Tennistage: Dauerregen zu Beginn, knallige Hitze am Ende. Zuletzt aber gab es nur zufriedene Gesichter bei den Spielerin, den Zuschauern und den Organisatoren. Oberschiedsrichter Michael Hofmann war kaum gefragt, Stuhlschiri Alex Mühlberger amtierte souverän. Tombola, Kuchenbuffet und die Nürnberger Rostbratwürstl (Firma Howe) waren ausverkauft. Und auch die Sponsoren waren restlos begeistert, so dass TC-Vorstand Gerhard Geiger resümierte: „Wenn man die Super-Atmosphäre sieht, dann sieht es gut aus für für die 67. Ausgabe des Sixtus-Turniers.“